Doch diese Pflanzen haben auch im Gewächshaus viele Schädlinge, wie Wiesenwanzen, Rostmilben und Thripsen, weil ihnen das geschützte Klima ebenfalls behagt.






Geeignet ist der gedeckte Anbau für zartes Gemüse und Obst, die über dem Boden reifen, nicht jedoch für Wurzelgemüse. Die Reifesaison kann durch Wärmeenergie beeinflusst werden. Doch der gedeckte Anbau muss ab 2035 CO2-neutral sein.
Schutz vor Hagel und Gewitter.
Sparsamer Wasserverbrauch mittels Tropfbewässerung.
Kreislaufsystem von Wasser und
Nährstoff beim Hors-Sol-Anbau,
spart 90 % des im Freilandanbau benötigten Wassers. Hors-Sol-Anbau-Zunahme von 120 auf 180 Hektaren in den letzten zehn Jahren.
Stahl, Glas oder Plastik: der
gedeckte Anbau braucht
kostspielige Bauten…
…und technische Installationen,
wie automatische Lüftung,
Klimaanlage und Heizung.
Die wenige Millimeter grossen Schädlings-Insekten finden immer einen Weg ins Innere.
sie haben einen Erntestopp zur Folge von mehreren Tagen bis über eine Woche,
sodass reife Früchte und reifes Gemüse zu Kompost werden,
sie vernichten auch die nützlichen Insekten, die Schädlinge in Schach halten,
sie bewirken, dass Schädlinge mit der Zeit resistent werden und das Insektizid seine
Wirkung einbüsst.
… gegen Schädlinge sind im
biologischen Pflanzenschutz
immer mehr die erste Wahl.
Es sind gezüchtete Insekten wie
die gegen
eingesetzt werden.
Schädlinge haben die Pflanzen
bereits befallen, die Nützlinge sind noch nicht zur Stelle.
Die winzigen Schädlinge werden zu spät entdeckt.
Im Idealfall wirkt der biologische
Pflanzenschutz als Balanceakt. Es sind so viele Nützlinge rechtzeitig vorhanden, um die Schädlinge in Schach zu halten. So wird vorgesorgt, dass keine Insektenart überhand nimmt.
Im Nymphen-Stadium ist die Tomatenrostmilbe winzig, kaum 0,2 mm gross, von Auge gar nicht erkennbar. Zuerst ist sie weisslich, dann…
… wird sie gelb …
… und vermehrt sich rasant: Nach 5 Tagen sind die Weibchen fähig, auf einmal bis zu 60 Eier zu legen. Innerhalb von drei Tagen verdoppelt sich die Population.
Hat man die Tomatenrostmilbe erst einmal entdeckt,…
…dann ist es für den Einsatz von Schwefelspray oft zu spät. Die rasant sich vermehrenden Schädlinge können kaum
mehr eingedämmt werden.
Verschiedene Sorten von Raubmilben
fielen unter Laborbedingungen erfolgreich über die Tomatenrostmilbe her.
Doch im Feldeinsatz versagten sie, denn mit ihren langen Beinen können sie sich zwischen den Blatthaaren nicht bewegen und sterben ab.
Die Raubmilbe Pronematus ubiquitus erwies sich jedoch als vielversprechend.
Sie ist sehr klein und kann sich zwischen den Blatthaaren gut bewegen. Zudem ernährt sich auch von den Pollen der Tomatenblüten.
Allerdings, die Raubmilbe muss sich auf den Tomatenstauden über einen Monat im Voraus vermehren und sie muss gefüttert werden. Beim Versuch fütterte Agroscope Mitarbeiter Dylan Maret einmal pro Woche die Raubmilbe mit Rohrkolben-Pollen.
Während 8 Wochen pflückt Dylan Maret jede Woche in den drei Gewächshäusern je eine Probe mit ein paar Blättern und legt sie in ein Gefäss mit konservierendem Alkohol.
Die eingefangenen Milben, filtert er heraus…
…legt einen Orientierungsraster drauf,
um sie…
…. unter dem Mikroskop besser auszählen zu können. Nach genauer Analyse ergibt sich folgendes Bild:
Schwefelspray: Einsatz Ende der Woche 4, sobald die ersten Schäden der Tomatenrostmilbe entdeckt werden.
Wirkt gut, aber erst wenn der Schaden schon gross ist.
Ohne Pflanzenschutz bleiben die mit
Tomatenrostmilben infizierten Blätter
rund vier Wochen unentdeckt. Ende
der Woche 4 werden Schäden sichtbar,
danach nimmt die Population rasant
zu.
Ausgesetzte Nützlinge, wie die Raubmilbe, sind dem Ansturm der stark sich vermehrenden Thripse oft nicht gewachsen.
Raubwanzen würden die Blütenthripsen als natürliche Feinde kontrollieren. Bei den Erdbeeren sind sie jedoch, regional unterschiedlich, zu spät aktiv, meist erst im Juni anstatt schon im Mai.
Beschädigte Blüten
Früchte, die sich verfärben
Früchte, die aufbrechen
Durch die Kontrolle von Früchten und Blüten bei Schweizer Produzenten will Lucien Schneeberger herausfinden, weshalb der Befall von Thripsen Jahr für Jahr unterschiedlich ausfällt.
Fragen, die sich stellen:
Gaëtan Jaccard, Leiter des gedeckten Anbaus des interkantonalen Office Technique Maraicher des Kantons Genf und Waadt in Morges:
Louis Sutter, Agroscope-Forschungsleiter der Beeren und Medizinalpflanzen
ACDC: Büro Agile Communication DanChris © 2023
Christian Bernhart: Konzept, Text, Reportagefotos
Makro-Aufnahmen: Agroscope Conthey
Atelier Kislig Grafikdesign, Screendesign
atelierkislig.ch
Marc Dietschi, Programmierung, marcdietschi.com
Im Auftrag von Agroscope